Porsche 356

Wer kennt ihn nicht, den Porsche 356?! Die Legende stellt das erste Serienmodell des weltweit bekannten Autoherstellers dar. Der 356 wurde erstmals im Jahr 1948 vorgestellt. Seine Produktion endete im April 1965. Es wurden 76.302 Modelle gebaut.

Wie alles begann

Der Porsche 356 ging mit einem Heckmotor und mit einem geänderten Rahmen gegenüber dem Prototyp 356/1 in Serie. Die ersten 50 Wagen wurden in Gmünd in Kärnten gebaut und zwar in Handarbeit und mit Aluminiumkarosserie. Porsche war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von Stuttgart nach Österreich ausgewichen.

Im Jahr 1950 zog das Unternehmen zurück nach Stuttgart-Zuffenhausen. Die Produktion erfolgte fortan in den Hallen der Karosseriewerke Reutter. Diese wurden von Porsche bereits im Jahr 1949 damit beauftragt, 500 Stahlkarosserien herzustellen. Für das Design war E. Komenda verantwortlich. Der Automobildesigner hatte zuvor bereits die Karosserie des berühmten VW Käfers entwickelt.

Porsche borgte sich von VW aber nicht nur den Designer, sondern auch diverse Serienteile. Sowohl die Vorder- und Hinterachsenfederung als auch die Lenkung, das Getriebe und die Bremsen des 356 stammten von VW. Ab dem Jahr 1950 verbaute man dann Duplexbremsen.

Porsche behielt die anderen patentierten Serienteile von VW bei und verbesserte den 356er immer weiter. So basierte beispielsweise auch der Motor auf dem des VW Käfer, wurde jedoch stetig weiterentwickelt.

Ab dem Jahr 1953 machte man dann vom Fuhrmann-Motor, einem 1,5-Liter-Königswellen-Motor samt vier obenliegenden Nockenwellen, Gebrauch. Dieser Motor ließ die Leistung des Porsche 356 Carrera rapide ansteigen und zwar auf 100 PS. Zudem verlieh der Motor dem späteren Typ 904 GTS eine Leistung von 185 PS.

 

Der erste Porsche 356 – 1948 bis 1955

Der 356er wurde zunächst als Cabriolet und Coupé mit vier Motorversionen verkauft. Das erste serienmäßig produzierte Auto verließ am 6. April 1950 die Garagen in Stuttgart. Das Urmodell ist mit diversen auffälligen Merkmalen, wie fest verglasten hinteren Fenstern und einer geteilten Frontscheibe versehen. Die fest verglasten Fenster lassen sich bei Folgemodellen aufklappen. Darüber hinaus ist der „red tipper“ ein Markenzeichen des Urmodells – eine rote Spitze auf der Radioantenne. Da das Porsche-Wappen erst im Jahr 1952/ 53 entwickelt wurde, findet sich auf den ersten 356ern kein Porsche-Emblem. Stattdessen ziert der Schriftzug „Porsche“ das Heck und den Bug.

Das Urmodell hat außerdem ein weißes Dreispeichenlenkrad. Dieses Lenkrad aus Bakelit samt Hupring wurde im A-Modell durch eine Zwei-Speichen-Ausführung ersetzt. Das Zündschloss befindet sich links neben dem Lenkrad und wird mit einem Startknopf betätigt. Da es in dem Original keine Tankuhr gibt, kann man den Benzinstand nur überprüfen, indem man einen gekerbten Holzstab o.Ä. in den Tank hält. Für die Lackierung der ersten Modelle kam Nitrolack zum Einsatz. Der Preis des Porsche 356 Urmodells belief sich auf 10.000 DM.

 

Der Speedster als offener Sportwagen

Im Jahr 1954 wurde das Programm durch den Speedster erweitert. Der offene Sportwagen samt flacher Windschutzscheibe wurde zunächst nur für den transatlantischen Export gebaut. Das Verdeck ist niedriger als beim Cabriolet und kann voll versenkt werden. Die Türen verfügen nicht über Kurbelfenster, sondern über Steckscheiben. Der Speedster wurde mit dem 1500- oder mit dem 1500-S-Motor geliefert. Seine sportliche Note wird durch die Schalensitze untermauert. Der Preis belief sich damals auf 12.200 DM.

  • Übrigens: Als direkter Vorläufer des Speedster gilt der American Roadster. Dieser wurde im Jahr 1952 gebaut und zwar in einer Auflage von gerade einmal 15 Stück. Nur ein American Roadster blieb in Deutschland. Der Rest des 70 PS starken Wagens wurde in die USA verschifft.

Impressionen Porsche 356

Porsche-356-A-Coupé

Porsche-356-A-Coupé_creme-weiß

Porsche-356-B-Coupé

Porsche-356-B-Coupé_rot

Porsche-356-B-Cabrio

Porsche-356-B-Cabrio, silber

Der Nachfolger des Urmodells – der Porsche 356 A

Der Nachfolger des Urmodells ist der Porsche 356 A. Dieser wurde von 1955 bis 1959 als Cabriolet, Coupé und Speedster angeboten. Ab 1958 wurde er außerdem als Convertible D gebaut. Diese Variante war auch als Hardtop erhältlich, d.h. hier kann das Dach nicht abgenommen werden.

Im Vergleich zum Speedster weist der Convertible D eine höhere Windschutzscheibe und aufgepolsterte Sitze (anstatt Schalensitze) auf. Zudem verfügt er über Kurbelfenster und ein Verdeck mit einer deutlich größeren Heckscheibe. Das „D“ steht übrigens für das in Heilbronn ansässige Karosseriewerk Drauz. Dieses lieferte den Aufbau für den Convertible D.

Der Porsche 356 A ist mit fünf Motorentypen erhältlich. Der Zylinderkopf, die Kolben und das Kurbelgehäuse bestehen bei allen Typen aus Leichtmetall.

Auch die A-Variante des 356ers wurde stets weiterentwickelt. Diese Weiterentwicklungen betrafen nicht nur die Radbremszylinder, sondern auch die Federung und die Lenkung. Der Preis für den 356 A lag zwischen 11.400 und 15.750 DM. Er wurde 21.045-mal verkauft.

 

Der Porsche Carrera als Sportversion

Die erste Sportversion des Porsche 356 A erschien im Jahr 1955 und trug den Namen Porsche Carrera bzw. 1500 GS. Das nach dem berühmten Langstreckenrennen Carrera Panamericana benannte Modell kam mit 100 PS daher und wurde ab 1958 durch zwei 1600er-Versionen ersetzt.

Aufgrund der Schalensitze, der Verwendung von Leichtmetallhauben und weiteren Merkmalen sind die Carrera-Modelle leichter als die Vorgänger. Für den Sporteinsatz stellte Porsche einen Sportauspuff, eine elektrisch beheizte Frontscheibe, Zentralverschlüsse für die Räder, ein Sperrdifferenzial und Ansauglufttrichter anstatt Luftfilter zur Verfügung.

 

  • Gut zu wissen: In den Jahren 1956 bis 1958 gewann jeweils ein 1500 GS Carrera das 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring (Gran-Turismo-Klasse bis 2 Liter). Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug dabei 118,61 km/h.

 

Der Porsche 356 B: höhere Scheinwerfer und Stoßstangen

Der 356 B wurde von 1959 bis 1961 als Cabriolet/ Hardtop, Coupé und Roadster gebaut. Dabei war der Roadster der Nachfolger des Convertible D. Ab 1960 bot man außerdem eine Coupé-Hardtop-Variante an. Diese unterscheidet sich vom klassischen Coupé durch schmale B-Säulen, eine abgesetzte Dachlinie und ein großes Heckfenster. Die Produktion des Roadsters wurde im Jahr 1962 eingestellt.

Der 356 B unterscheidet sich vom A-Modell vor allem durch höher liegende Scheinwerfer und durch eine weniger gerundete Linie der Kotflügel (vorne). Auch die Stoßstangen sind höher angebracht und in den Radkappen findet man das Porsche-Wappen.

Der Carrera und der Super 90 wurden an der Hinterachse mit einer Ausgleichsfeder ausgestattet. Diese sollte das Übersteuern verringern und bei schnellen Kurvenfahrten das Ausbrechen des Hecks verhindern.

Ab dem Jahr 1962 erhielt der Porsche 356 B die folgenden Änderungen:

 

  • flacherer Tank und somit einen größeren Kofferraum
  • Kofferraumdeckel mit nahezu geradlinigem Abschluss
  • Motordeckel mit zwei Lufteintrittsgittern
  • Tankeinfüllstutzen auf dem rechten vorderen Kotflügel.

 

Carrera GT und Carrera GTL-Abarth

Die Sportversionen des 356 B sind der 356 1600 GS Carrera GT (Coupé), der 356 Carrera GTL-Abarth (Coupé) und der 356 2000 GS Carrera 2 (Coupé und Cabrio). Die beiden Erstgenannten verfügen über einen 4-Zyliner-Saugmotor (Boxer), 115 PS Leistung und 1588 cm³ Hubraum. Der Motor mit Königswellenantrieb weist obenliegende Nockenwellen auf. Darüber hinaus bot der Autohersteller neben dem serienmäßigen 115-PS-Motor zwei leistungsstärkere Versionen an: eine mit 128 PS und Sportauspuff und eine mit 135 PS samt offenem Rennauspuff.

Die Technik der Sportversionen entspricht weitestgehend dem klassischen 356er. Für den Abarth wurde allerdings eine strömungsgünstigere Karosserie entworfen. Diese besteht aus Aluminium. Der Abarth ist außerdem 140 kg leichter als der 356 B. Er verfügt über ein 12-Volt-Elektronetz, Trockensumpfschmierung, ein Vierganggetriebe (wahlweise mit geänderten Übersetzungen), einen 80-Liter-Benzintank, ein Sperrdifferenzial und eine Batteriedoppelzündung. Als Extras konnte der Käufer zwischen Sicherheitsgurten, einem Sportauspuff, Rädern mit Zentralverschlüssen, Überrollbügeln und einem Speziallufttrichter wählen.

Impressionen Aston Porsche 356

Porsche-356-C-Carrera_Coupé

Porsche-356-C-Carrera_Coupé

Porsche-356-B-Cabrio

Porsche-356-B-Cabrio_rot

Portsche-356-B-Cabrio

Porsche-356-C-Carrera_Coupé_weiß

Von 0 auf 100 in 8,8 Sekunden

Die Höchstgeschwindigkeit mit dem Serienmotor lag bei knapp 210 km/h, die mit dem 135-PS-Motor sogar bei über 230 km/h. In seiner stärksten Ausführung schaffte es der GTL-Abarth in nur 8,8 Sekunden auf 100 km/h. Der erste gebaute Abarth gewann im Jahr 1960 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Der Preis für das Grundmodell belief sich auf 25.000 DM.

 

Der 2000 GS Carrera 2

Auch der 2000 GS Carrera 2 kommt mit einem 4-Zyliner-Saugmotor (Boxer) sowie mit obenliegenden Nockenwellen samt Königswellenantrieb daher. Allerdings ist der Hubraum (1966 cm³) größer als bei den anderen Sportvarianten und die Leistung beträgt 130 PS. Somit ist der Carrera 2 das Spitzenmodell der Baureihe. Außerdem handelt es sich um den ersten Serien-Porsche, der mit Scheibenbremsen ausgestattet ist. Bei diesen handelt es sich um eine eigene Konstruktion von Porsche.

Der Preis für das Coupé in der Reisewagen-Ausführung lag bei 23.700 DM und der für das Cabriolet bei 24.850 DM.

 

Der „Dreikantschaber“ 2000 GS-GT

Die sportliche Ausführung kostete wiederum 26.700 DM. Der originale 2000 GS-GT hat ein Holzlenkrad, Heck- und Seitenscheiben aus Plexiglas und Haubendeckel sowie Türen aus Leichtmetall. Stoßstangenhörner und Rücksitze fehlen und die Motorleistung konnte auf bis zu 155 PS angehoben werden. Der GT verfügt über einen 110-Liter-Tank (zum Vergleich: sonst 50 Liter). Ein typisches Merkmal ist zudem das plötzlich abreißende Dach. Dieses unterscheidet sich deutlich von dem sonst fließenden Verlauf des 356er-Hecks. Aufgrund der speziellen Fahrzeugsilhouette wird der GT scherzhaft (und liebevoll) auch „Dreikantschaber“ genannt.

  • Auch der 2000 GS-GT feierte sportliche Erfolge: 1963 fuhr der Wagen beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring bei den GT-Fahrzeugen bis 2 Liter auf Platz 1. In der Gesamtwertung wurde der vierte Platz erreicht.

 

Der Porsche 356 C – 1963 bis 1965

Der Porsche 356 C (Coupé und Cabriolet) stimmt weitestgehend mit der letzten Ausführung der B-Variante überein. In Bezug auf das Äußere unterscheidet sich der 356 C lediglich durch geänderte Lochscheibenräder samt neuen Radkappen. Diese wurden durch die Scheibenbremsen an allen Rädern erforderlich. Die schlichteren Radkappen weisen kein Porsche-Emblem auf. Die hintere Ausgleichsfeder war nur noch als Sonderausstattung erhältlich und auf Wunsch erhielt man ein Sperrdifferenzial.

 

Sportversionen des 356 C

Der 356 Carrera 2 wurde unverändert weitergebaut.

Für den Renneinsatz des 1600 CS bot Porsche u.a. Überrollbügel, Ansaugtrichter anstatt Luftfilter, Schalensitze und 15-Zoll-Räder aus Leichtmetall an. Auch die Zylinder, der Zylinderkopf und das Kurbelgehäuse sind aus Leichtmetall. Es konnte zwischen einem 70- und einem 90-Liter-Tank gewählt werden.

 

Der Mythos lebt

Parallel zum 356 C wurde der Porsche 911 vorgestellt. Und im Jahr 1965 löste der Porsche 912 die Legende ab. Der Mythos Porsche 356 lebt aber noch heute: im Jahr 2007 gab es 920 Modelle mit deutscher Zulassung.

 

Technische Daten Porsche 356 - Urmodell (1948 - 1955) 1100

  • Fahrzeugart: Coupé, Roadster
  • Motor: Ottomotor, 1,1-2,0 Liter, 4-Zylinder, Boxermotor
  • Hubraum: 1086 cm³
  • Verdichtung: 7,0 : 1
  • Leistung: 40 PS (29 kW) bei 4000
  • Drehmoment: 70 Nm bei 2800
  • Ventilsteuerung: Stoßstangen und Kipphebel
  • Getriebe: 4-Gang-Getriebe mit Porsche-Ringsynchronisierung, Knüppelschaltung
  • Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
  • Leergewicht: Coupé 810 kg – Cabriolet 830 kg
  • Sitze: 2

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