Die Top 10 der Oldtimer in Deutschland

Welcher Klassiker führt das Ranking an?

Oldtimer sind im Trend, seit Jahren steigen die Zulassungszahlen. Ende 2016 waren knapp 350.000 in Deutschland angemeldet. Aber wann darf mein sein Schätzchen eigentlich offiziell Oldtimer nennen?

Diese Frage lässt sich leicht beantworten: Ein Traktor, Auto, Lastkraftwagen oder Motorrad mit einem Alter von mindestens 30 Jahren darf hierzulande als Oldtimer bezeichnet werden. Oder doch nicht ganz so leicht? Zudem muss das Fahrzeug einen originalen, unverbastelten Zustand aufweisen. Werden diese Kriterien erfüllt, so kann das Fahrzeug als Oldtimer mit einem H-Kennzeichen (das „H“ steht für „Historisch) zugelassen werden. Stellt sich die Frage, welches denn nun die beliebtesten Oldtimer in Deutschland sind…

Die Top 10 der Oldtimer im Überblick

Platz 10: Der 20. März 1974 ist ein Fall für die Geschichtsbücher, denn an diesem Tag rollte in Wolfsburg der erste Golf I vom Band. Was damals noch keiner ahnte: Er wurde mit seinen diversen Nachfolgemodellen in den vergangenen drei Jahrzehnten zum erfolgreichsten jemals in Deutschland gebauten Auto und verkörpert automobile Kulturgeschichte. Mittlerweile können sogar schon einige Fahrzeuge der zweiten Golf-Generation ein H-Kennzeichen tragen. Insgesamt sind über 3.300 (Tendenz sehr stark steigend) als Oldtimer angemeldet.
VW Golf I

Platz 9: geht unseres Oldtimer-Rankings geht an den Opel Kadett, von dem rund 4.000 Exemplare als Oldtimer angemeldet sind.

Platz 8: Der Mercedes SL der Baureihe W113, im Volksmund Pagode genannt, besticht durch zeitlose Eleganz, robuste Technik und nicht zuletzt durch noch bezahlbare Preise. Derzeit sind rund 4680 Exemplare der Pagode in Deutschland zugelassen.

Platz 7: Mächtige Sofasitze, Riesen-Kofferraum, Lenkradschaltung – und natürlich die „Peilstege“ am Heck, die das Einparken erleichtern sollte. Die Mercedes „Heckflosse“ erzeugte aus zwei Litern Hubraum 55 PS bei 4.200 Umdrehungen pro Minute. Messwerte attestieren ihr 28,2 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und 133 km/h Spitze. Derzeit sind über 5.000 Heckflossen-  es gibt sowohl die kleine als auch die große Variante – in Deutschland angemeldet.

Platz 6: Der VW Bulli zählt zu den Lieblings-Oldtimern der Deutschen. Am 8. März 1950 startete Volkswagen mit der Produktion des Transporters – es war der Beginn einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Mit Preisen ab 5.850 D-Mark waren die VW-Busse für Händler und Handwerker erschwinglich. Zudem waren sie extrem vielseitig, konnten für die unterschiedlichsten Geschäftszweige eingesetzt werden und transportieren einfach alles, was das „Wirtschaftswunder Deutschland“ damals benötigte. Vor allem die Campingausführungen erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Derzeit sind rund 6.000 historische VW Bulli in Deutschland zugelassen – auch hier ist die Tendenz ebenfalls stark steigend.

Platz 5: In achtjähriger Produktion fertigte Daimler-Benz vom Mercedes „Strich-Acht“ (Baureihe W 114, 115), benannt nach dem Anlaufjahr 1968, knapp zwei Millionen Fahrzeuge. Aktuell sind rund 7.000 Strich-Achter in Deutschland angemeldet.

Platz 4: Ein Porsche war schon immer ein Objekt der Begierde. Derzeit sind knapp 9.000 Exemplare von Porsche 911 und Porsche 912 in Deutschland als Oldtimer unterwegs.

Platz 3: Die intern R 107 genannte Mercedes-SL-Baureihe kam 1971 auf den Markt und aktuell sind in Deutschland rund 10.300 Exemplare des Klassikers als Oldtimer angemeldet.

Platz 2: geht an die drei Modelle der Mercedes-Benz E-Klasse der Baureihe W 123: Coupé, Limousine und T-Modell. Mit dem T-Modell brachte Mercedes 1976 erstmalig einen Kombi in die Fahrzeugflotte und fertigte bis zum Produktionsende 1985 über 2.697.000 Fahrzeuge der Baureihe W 123. Derzeit sind über 15.000 Exemplare mit H-Kennzeichen unterwegs – Tendenz stark steigend.

Und der Sieger unseres Rankings ist…? Sie haben schon eine Vorahnung und denken an ein kleines Insekt? Absolut korrekt, denn Deutschlands beliebtester Oldtimer ist weiterhin der VW Käfer. Mit mehr als 21,5 Millionen Fahrzeugen war der Käfer lange Zeit das meistverkaufte Automobil der Welt, bevor er im Juni 2002 vom VW Golf übertroffen wurde. Derzeit sind über 30.000 Exemplare in Deutschland zugelassen – und die Tendenz ist weiter steigend.

 

 

Gute Nachrichten für alle Oldtimer-Fans: So können Sie zukünftig Steuern sparen

Es gab schon immer jede Menge Oldtimer-Fans, die sagten: Warum soll ich das ganze Jahr Steuern bezahlen für ein Fahrzeug, das ich nur sechs Monate nutze. Fakt ist, dass viele Oldie-Besitzer ihre Fahrzeuge nur in der schönen Jahreszeit fahren. Wenn der regnerische, stürmische Herbst beginnt, wird ein Großteil der Klassiker in der Garage eingemottet und überwintert dort bis zum Frühjahr. Die Kfz-Steuer galt aber trotzdem für das ganze Jahr und ist für den Bund eine wichtige Einnahmequelle, denn das Aufkommen aus der Kfz-Steuer von Oldtimern beträgt aktuell jährlich rund 72 Millionen Euro.

Auch wer seinen Oldtimer nur für einige Monate anmelden wollte, musste bislang das reguläre Saisonkennzeichen beantragen. Bei diesem gilt allerdings der normale, also für viele Oldtimer teurere Steuersatz, der sich unter anderem nach dem Schadstoffausstoß richtet. Der Steuerbetrag lag dann pauschal bei etwas mehr als 191 Euro pro Jahr.

Nun hat der Bundesrat Klarheit geschaffen und beschloss  in einer Februar-Sitzung, dass die Kombination von Oldtimerkennzeichen und Saisonkennzeichen zulässig ist. Von dieser Klarstellung können alle Halter von Oldtimern (Pkw und Motorräder) profitieren. Bislang mussten sie für Autos mit H-Kennzeichen eine ermäßigte Kfz-Steuer entrichten, aber die ebenfalls kostensenkende Anmeldung für einen begrenzten Zeitraum im Jahr war dann aber nicht zusätzlich möglich.

Künftig können beide Sparmodelle miteinander kombiniert werden. Der schon verringerte Steuersatz wird dann entsprechend dem Anmeldezeitraum (zwischen zwei und elf Monaten) nur noch anteilig fällig. Gleiches gilt für die Versicherungsprämie. Attraktiv ist dies vor allem für Besitzer von hubraumstarken Klassikern, die ohne H-Kennzeichen ein Vielfaches an Kfz-Steuern zahlen müssten. Außerdem haben mit dem H-Kennzeichen auch Autos ohne Katalysator freie Fahrt in die Umweltzonen der Großstädte.

Künftig werden Sie als Oldtimer-Besitzer also deutlich entlastet, wenn sie ihr Fahrzeug mit einem Saisonkennzeichen zulassen und damit ihre Kfz-Steuer reduzieren. Das dürfte für die meisten Oldtimer-Halter auch kein Problem sein, da sie ihre Schätze in der kalten Jahreszeit in der Regel ohnehin mehr pflegen als bewegen. Die Verordnung des Bundesrats soll in einigen Wochen mit einer entsprechenden Veröffentlichung im Amtsblatt Gültigkeit erlangen.

 

 

Bildquellen

  1. https://www.steenbuck-automobiles.de/fahrzeuge/pkw/porsche/porsche-911-2-0-l-770-58474/
  2. VRD: https://stock.adobe.com/de/stock-photo/steuer/66222842
  3. By unknown, affiliated with Garage de l’Est, digitally modified and uploaded by User:328cia (http://www.delest.nl/autoarchief) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

 

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